Unsere Highlights

* Übernachtung im Berghotel Hochfügen
* Der Berliner Höhenweg
* verstecktes kühles Radler für uns von zwei Menschen die wir an einer Etappe zuvor kennengelernt haben 

Das solltest du vorher wissen: 

* weniger ist mehr (insbesondere für den Berliner Höhenweg hatten wir zu viel Gepäck auf dem Rücken)
* Anreise per Bahn bis zum Ausgangspunkt Tegernsee möglich 

Unsere Vorbereitung und Anreise 

Hätten wir uns beide 2017 nicht kennengelernt wäre es wahrscheinlich nie zu dieser ersten Abenteuerreise gekommen. Umso schöner war es dann als wir im Sommer unser Versprechen eingelöst haben und tatsächlich losgewandert sind. 

Die Idee zu dieser Tour hatte Sina - So schauten wir in ihren Reiseführer, informierten uns über die Länge der Etappen und schauten nach ersten Unterkünften. 

Dann hieß es nur noch Sachen packen und los. Einmal von Nord nach Süd für Sina und für mich ging es von West nach Süd. Ein knappes 3/4 Jahr hatten wir uns nicht gesehen. So trafen wir uns im Juli 2018 am  Münchener Hauptbahnhof. 

Von dort fuhren wir gemeinsam zum Chiemsee, weil wir dort mit einem Couchsurfer Kontakt aufgenommen hatten um einen angenehmen Schlafplatz für die erste Nacht vor dem Start zu haben. 

Es ist schwierig nach all den Jahren noch alles in Erinnerung zu haben. Dennoch teile ich mit euch unsere Eindrücke und Tipps zu Unterkünften. 
Auf geht´s - unsere erste Tour stand vor der Tür. Und dann noch quer über die Alpen!! Ob wir uns da nicht zu viel vorgenommen hatten? 

Angekommen nach einer langen Anreise kehrten wir bei Markus ein - dem Couchsurfer am Chiemsee. Er holte uns netterweise vom Bahnhof ab und schon tauchten wir am Abend in die bayerische Kultur mit seiner Familie ein, die beim Fußballspiel sich mit uns unterhielten. Nur verstanden wir kaum etwas durch den traditionell-bayerischen Dialekt. 
Wir hatten ein kleines eigenes Appartement, dass wie wir hörten bald umgebaut werden sollte zu einer richtigen Wohnung. Die Familie gab uns am nächsten Morgen kleine Glückssteine mit für unsere erste bevorstehende Tour, die wir mit Sicherheit gut gebrauchen konnten. Markus fuhr uns sogar am nächsten Tag zu Gmund am Tegernsee, dem Ausgangspunkt unserer Tour. Puh-waren wir aufgeregt. Ab jetzt hieß es, mit den Sachen wir dabei hatten 7 Tage auszukommen. Als wir losgingen strahlte die Sonne und führte uns schnell einen Weg hinauf, von dem wir eine fantastische Aussicht auf den Tegernsee hatten. Eben noch losgestapft, passierten wir nach weniger Zeit schon die erste Kuhherde, die uns aber keine große Aufmerksamkeit schenkte. Ab knapp 2/3 der 23 km langen Strecke führte uns der Weg an der Weißach entlang flussaufwärts. Geziert von einem beeindruckendem Bergpanorama wanderten wir weiter durch das Weißachtal bis wir irgendwann in Wildbad Kreuth angelangen. Dort biwakierten wir über Nacht auf einer Lichtung, die direkt am Wegesrand liegt. Wir packten unsere Schlafsachen aus, bauten alles auf und als Sina mir das Brot für die Abendmahlzeit reichen wollte, warf sie die Packung in meine Richtung. Ich schafftee es nicht sie aufzufangen, so kriegten wir beide einen Lachflash, weil wir nun die Wurst ohne Brot essen mussten. So begann der Urlaub wirklich schon abenteuerlich. 
Etappe 2 führt uns von Wildbad Kreuth zum Achenwald in der Nähe des Achensees. Hier überschritten wir die Landesgrenze nach Österreich und kamen an dem Schild vorbei. Grüne Wiesen, eine unbewirtschaftete Alm und wieder herrliches Bergpanorma - der Weg führt stetig hinauf und erinnert uns irgendwie ein bisschen an das Land der Hobbits. 
Zur Einkehr auf dieser Etappe bietet sich die Blaubergalm an. Wir ließen diese Pausenhütte allerdings aus, machten unsere eigene Pause mit einem Apfel und wanderten danach weiter den Klammbach entlang bis hinunter nach Achenwald. Dort angekommen wanderten wir weiter den Steinmännchen entlang bis zum Achensee und suchten unsere gebuchte Unterkunft für den Abend und die Nacht. Wir hatten einen kleinen süßen Balkon und konnten am nächsten Morgen draußen frühstücken. Hach, war das schön! 
So startete die Etappe 3 voller Energie und Motivation (Achensee - Maurach). Ca. 14 km erwarteten uns. Der größte See Tirols bietet klares, blau-türkises Wasser und auf dem Höhenweg kann man ihn sehr gut bewundern. Er wird auch gerne das "Tiroler Meer" genannt. Im Auf und Ab des Wanderweges konnten wir jederzeit auch die gegenüberliegenden Berge bewundern. Als Einkehrmöglichkeit bietet sich die Geisalm an, die aufgrund der eingeschränkten Erreichbarkeit nicht hoch frequentiert ist. Im letzten Teil wird der Wanderweg zuerst recht schmal und dann führen Stufen bergauf, bergab. Danach wanderten wir einen bequemen Weg an der Seepromenade entlang. Wir suchten uns wieder ein geeignetes Schlafplätzchen draußen und genossen die Ruhe um uns herum. Plötzlich hörten wir noch zwei Stimmen von Wanderern, da war es schon dunkel. Zum Glück gingen sie einfach vorbei und entdeckten unser Nachtlager nicht. Es war die Nacht zu meinem Geburtstag und Sina sang mir um 12 Uhr ein Geburtstagständchen. Kurz darauf gegen 2 Uhr nachts, regnete es wie aus Eimern. Wir mussten unser Tarp neu abspannen und schauen dass unsere Sachen nicht nass werden. 
Etappe 4 führte uns bis nach Hochfügen. Dabei hatten wir kein Glück mit dem Wetter und stapften los, immer weiter, immer steiler in dichten Nebel. Mit Ausblicken auf das Zillertal hatten wir gerechnet, stattdessen kehrten wir in eine Hütte ein. Ich erzählte von meinem Geburtstag und prompt bekamen wir einen Schnaps ausgegeben. Es nützte nichts. Von innen gewärmt wanderten wir weiter, denn schließlich wollten wir ja Hochfügen erreichen. Wir begegneten Manni und Markus. Sie wunderten sich über unser großes Gepäck und so kamen wir ins Gespräch. Eigentlich hatten wir geplant wieder draußen zu schlafen, aber da für die ganze Nacht Regen gemeldet war, entschieden wir uns spontan dazu eine Übernachtung im Berghotel Hochfügen zu buchen. Mit einem tollen Abendessen und einem Saunabereich ließen wir meinen GeburtsTAG ausklingen und waren froh über unsere Entscheidung. 
In der 5. Etappe wanderten wir zum höchsten Ziel der Etappe, zum Rauhenkopf. Rund 830 Höhenmeter mussten wir zurücklegen, um bei 2.258 m auszukommen. Wir passierten beim Aufstieg mehrere kleine Almdörfer aber zunächst wanderten wir auf einem bequemen Schotterweg bis wir dann zur Rastkogelhütte abzweigten. (Weitere Infos zu dieser Etappe folgen noch). 
Angekommen in Mayrhofen kehrten wir in das Hostel Chillertal ein. Dort gingen wir früh ins Bett, denn am nächsten Morgen erwartete uns der Berliner Höhenweg. Wir hatten uns gut belesen aber auch gehörigen Respekt vor den zwei Etappen auf diesem Höhenweg. Nach einem gut gestärkten Frühstück ging es los. Die erste Hütte (Gamshütte auf 1921m) erreichten wir nach ca. 3 Stunden Anstieg. Wir machten eine Pause und genossen den Ausblick. Außerdem war die Wirtin super nett und gab uns weitere Informationen zum Berliner Höhenweg. Wir gingen danach voller Energie weiter und kraxelten über Geröll und schmale Pfädchen bis zu unserem nächsten Schlafplatz. Mitten in der Natur, außerhalb jeglicher Zivilisation, umgeben von einer Kuhherde, weil es keinen anderen geraden Schlafplatz gab. Kurz vor dem Zu-Bett-gehen bahnte sich ein Gewitter an, aber glücklicherweise zog es weiter, sodass wir an einer Mauer unser Tarp aufspannten und müde auf unsere Isomatten fielen. Mitten in der Nacht wurde ich wach und staunte über den wunderschönen Sternenhimmel :). Auch von dort mussten wir am nächsten Morgen früh los, um unser Ziel die Dominikushütte am Schlegeisspeicher zu erreichen. Der Weg ähnelte dem vom Vortag und wurde immer schwerer. Wir schwitzten ganz schön bei manchen Passagen und uns wurde mulmig zumute als wir eine Gedenktafel sahen. Schritt für Schritt liefen wir behutsam weiter, folgten dem Weg und erreichten gegen 16 Uhr die Dominikushütte. Wir hatten Glück, den wir hatten ein Vier-Bett-Zimmer für uns zu zweit und konnten so in Ruhe schlafen und etwas Schlaf nachholen. Auch die Dusche war eine Wohltat. Anschließend gab es leckeres Abendessen, ein Bierchen zum anstoßen und ganz viel Erzählungen. 
Etappe 6 führte uns vom Schlegeissee nach Pfitscher Joch (St. Jakob in Südtirol). An der gewaltigen Staumauer führte uns der Weg hinauf durch die Hochgebirgswelt der Zillertaler Alpen. Am Pfitscher Joch betritten wir italienischen Boden. Im Pfitscherjochhaus machen wir eine kurze Rast und genießen ein kühles Getränk. Hinab führt uns ein breiter Schotterweg bis zur Kirche St. Jakob. Dort schliefen wir an einem Fluss draußen, machten ein kleines Lagerfeuer, gingen baden und freuten uns auf unsere bevorstehende letzte Etappe.
Die letzte Etappe bis Sterzing: Wir wanderten durch das Pfitschtal auf breiten Wanderwegen und weiten Bergwiesen. Das Tal fällt irgendwann steiler ab und neben dem Wanderweg rauscht der Bach in die Tiefe. Nach einem kurzen Abschnitt entlang der Hauptstraße geht die Route wieder über Wanderwege und schmale Nebenstraßen. Auf das schmale Tal hatten wir einen herrlichen Ausblick, umrahmt von aufragenden Berghängen... Und dann sehen wir das Ziel unserer Tour vor uns - Sterzing! Wir haben es geschafft. Gehen zum Schallerhof, ein Airbnb, welches wir zuvor gebucht hatten. Es hatte einen ganz besonderen Flair und super nette Gastgeber - eine verschmuste Katze, die uns den Käse stebitzen wollte und selbstgekochte glutenfreie Käsespätzle und Kaiserschmarrn. Mittlerweile wurde der Bauernhof umgebaut und saniert, aber es gibt ihn noch unter dem gleichen Namen. 





Unterkünfte-Tipps:

M
* Berghotel Hochfügen 
* Hostel Chillertal Mayrhofen
* Schallerhof Sterzing