Unsere Highlights:
* Der Ausblick vom Kehlsteingipfel
* Das Watzmannhaus
* Der Königssee
Das solltest du vorher wissen:
* Ausgangspunkt Bischofswiesen - alle Startpunkte für unsere Touren gut erreicht
* Grödel bei Schneetouren in höheren Lagen erleichtern den Aufstieg und geben Halt
Unsere Highlights auf einen Blick;
der Kehlsteingipfel
Die Tour zum Watzmannhaus
Der Ausblick vom Königssee
Nach Sinas Anreise einmal längs durch Deutschland traf sie auf mich in Nürnberg, wo sie mich mit dem Auto einsammelte und von dort sind wir noch 3 1/2 Stunden nach Bischofswiesen gefahren. Wir nahmen einen jungen Anhalter auf unserem Weg mit, weil er von einem weiteren Punkt weiter nach Salzburg wollte. So begann schon unsere Anreise abenteuerlich!
Wir fühlten uns direkt wohl in unserer kleinen süßen Unterkunft für zwei Personen und starteten am nächsten Morgen ganz gemütlich in unseren ersten Urlaubstag. Dieses Mal nicht ständig neu packen zu müssen und das Gepäck nicht jeden Tag auf dem Rücken zu tragen war ein ganz "ungewohntes" Gefühl, denn wir hatten uns für ein festes Domizil mit Tagestouren entschieden.
Ich werde euch nachfolgend auf diese Touren und unsere gestaltete Urlaubswoche mitnehmen.
1. Tag: Ziel-Steinerne Agnes auf 1320m
Eckdaten: 640hm, 6,2 km, 3 1/2 Stunden (!starke Steigung!)
Wir starteten am P Wertstoffhof zwischen Bischofswiesen und Pass Hallthurm auf 680m. Zunächst folgt man der kleinen Straße bis zum letzten Haus, danach hält man sich rechts um über den Forstweg in den angrenzenden Wald zu gelangen. An der nächsten Verzweigung folgten wir dem Wegweiser nach links "Dreisesselberg, Karkopf, Steinerne Agnes". An der weiteren Verzweigung halten wir uns rechts, dem Wegweiser folgend. Dabei spürten wir schon die starke Steigung durch den Hochwald in unseren Waden, die nicht nachließ. Im spitzen Winkel zweigt nach ca. 800m ein beschilderter Fußweg ab. In vielen Serpentinen geht es weiter steil hinauf, immer weiter durch den Hochwald hinauf. Als wir bei über die Hälfte weiteren Wanderern begegnen weisen die uns in letzter Minute noch auf die Gämse hin, die wir noch so gerade erhaschen bevor sie im Dickicht wieder verschwinden. Wir halten uns nach etlichen Serpentinen (kleinen Pfädchen) später und umgestürzten Bäumen, in denen Stufen zum drüber klettern reingehauen worden, sodass der Weg passierbar bleibt, am nächsten Wegweiser links Richtung "Steinerne Agnes". Kurze Zeit später ca. 10 Min. erreichten wir die Felsformation und gelangten über das letzte Stück (Geröll) zum Fuße der Steinernen Agnes für unsere Pause. Von dort ist sogar ein Blick auf den Hohen Göll, den Watzmann und den Hochkalter zu erhaschen. Der Abstieg verläuft auf dem Aufstiegsweg.
Nach der Tour saßen wir auf der Terrasse unserer Unterkunft und gönnten uns ein Radler.
Zusatzinfo: keine Grödel notwendig, da keine Schneefelder
2. Tag: Ziel - Kehlsteinhaus auf 1837m
Eckdaten: 910 hm, 13,5 km, 6 Std. inkl. Pause
Wir starteten am Dokumentationszentrum Obersalzberg auf 930 m.
Der Einstieg war leicht zu finden, wir folgten ein paar Meter der Hauptstraße vorbei am Dokumentationszentrum und vorbei am Kreisverkehr um dann nach rechts in ein Stück Wald einzubiegen (Wegweiser "Kehlsteinhaus"). Obwohl auf dem ersten Kilometer noch kein Schnee lag, gelangten wir schnell ins Winter Wonderland. Auf den Tannen und unter unseren Füßen glitzerte der Schnee in der Sonne und in Serpentinen folgten wir der Beschilderung hinauf. Zunächst über breitere Forstwege und später nachdem wir von unten das Kehlsteinhaus entdeckten über immer schmalere Pfädchen. Die Steigung war durchgängig moderat, wir fanden keine Tunnel wie im Reiseführer beschrieben. Kurz vor Ende kamen wir auf ein Stück Straße, von dort bogen wir wieder auf schmale Pfädchen ab, die uns in 20-30 Minuten zum Gipfelkreuz führten. Oben angekommen waren wir gerührt von der grandiosen Aussicht. Wir hatten heißen Tee eingepackt und genossen unsere Pause auf einer Bank mit Blick auf den Königsee umgeben von massiven Bergen. Auf dem Aufstiegsweg ging es zurück zum Ausgangspunkt.
Zusatzinfo: Wir haben auf dieser Tour keine Grödel genutzt, trotzdem nicht verkehrt im Winter welche dabei zu haben
3. Tag: Ziel - Schneibsteinhaus auf 1670m
Eckdaten: 470 hm, 8,2 km, 4h20 min inkl. Pause (!Genießertour!)
Mit der Gästekarte erhaltet ihr Rabatt an der Jennerbahnstation. Wir wussten das nicht und haben pro Person für die Fahrt Hin- und Zurück bis zur Mittelstation 32 Euro gezahlt.
Von der Mittelstation haben wir mit Komoot eine gemütliche Rundtour über das Schneibsteinhaus gemacht und von dort sind wir wieder zurück zur Mittelstation gewandert und im Restaurant "Halbzeit" eingekehrt und genossen einen Aperol in der Sonne. Der Anstieg ist durchgängig eher locker und die Wege sind entspannt (breit und einfach). Das Schneibsteinhaus ist gut ausgeschildert und im Sommer von Mai bis Oktober bewirtschaftet. Im Winter lädt der hintere Teil mit Bänken in der Sonne zum Verweilen ein. Von dort kann man den Blick über die umliegenden Berge schweifen lassen. Auf dem Weg zur Mittelstation zurück haben wir einen Rodelhang entdeckt und hatten unseren Spaß dabei den Leuten zuzusehen. Wenn ihr wollt könnt ihr zusätzliche Tickets für den Sessellift buchen und den präparierten "steilen" Rodelhang nutzen!
Wir sind an diesem Tag mit dem Bus zum Ausgangspunkt gefahren, weil wir gerne Aprés-Ski machen wollten. Vergeblich. Wir fanden keine Hütte. Jedoch haben wir festgestellt, dass das ÖPNV Netz ganz gut funktioniert.
4. Tag: Ziel - Eiskapelle
Eckdaten: 250hm, 7,5 km, 3h 40 min
In den Wintermonaten fährt die erste Fähre nach St. Bartholomä um 9:30 Uhr. Die Schiffsfahrt über den Königssee lohnt sich aufjedenfall. Das Wasser ist super klar und irgendwann sieht man in der Ferne den Watzmann. Die Schiffsfahrt kostet hin und zurück 22,50 pro Person. Zwischendurch gibt es noch eine kleine Überraschung!
Der Weg ist gut ausgeschildert, zu Beginn und größtenteils sind es leicht begehbare Wege. Der letzte Teil erinnert an alpines Gelände, hier ist Trittsicherheit gefragt. Gerade im Winter gibt es etwas rutschige Stellen. Von weitem kann man die Eiskapelle bestaunen, reingehen sollte man aber nicht, denn sie ist einsturzgefährdet. Während ich den Ausblick auf die Watzmann-Ostwand genoss und diesen riesengroß auftürmenden Berg vor mir betrachtete, wagte sich Sina etwas näher an die Eiskapelle (tiefst-gelegene permanente Eisfeld der deutschen Alpen) heran. Da aber kurz vorher weit oben noch eine Schneelawine zu sehen war, passierte sie nicht die angrenzenden Schneefelder. Auf dem gleichen Weg ging es zurück zum "Hafen" und wir kehrten noch ins Restaurant für ein kühlendes Bier ein.
6. Tag: Ziel - Watzmannhaus auf 1950m
Eckdaten: 1300 hm, 14 km, 6 1/2 Std
Vom P Wimbachbrücke wird auf der Brücke stehend nach links gestartet (Beschilderung "Watzmannhaus"/ rot markiert). Eine Forststraße verlassen wir nach ca. 200m nach der Abzweigung Wimbachklamm nach rechts. Durch den Hochwald folgen wir vielen Serpentinen und steigen wenig später 100 hm einem breiten Weg folgend ziemlich gerade den Hang hinauf. Danach geht es links aufwärts zur Verflachung der Mitterkaseralm (ca. 1410m). Nachdem wir die Waldlichtung verlassen haben, erreichen wir nach weiteren Serpentinen die "Falzalm" (einem Kuhstall ähnelnd) auf ca. 1630m. Danach halten wir uns hinter einer Bank leicht rechts/geradeaus (Bank dient als Anhaltspunkt). Hier sehen wir zum ersten Mal den kleinen Watzmann und die sogenannten Watzmannkinder. Das Watzmannhaus steht nun auf einem großen Absatz (Falsköpfl) hoch über uns und ist leicht erkennbar. Immer steiler werdend geht es den Hang hinauf in vielen kleinen Serpentinen. In Falllinie des Hauses steigen wir steil hinauf, bis wir den Felsriegel, der rechts unterhalb des Hauses liegt umgehen können. Der Durchstieg auf die Grathöhe ist mit Drahtseilen versehen. Ein letztes Steilstück verlangt Trittsicherheit und Grödel damit man Halt im winterlichen Gelände hat. Schließlich haben wir das Watzmannhaus erreicht. Doch nach dem Aufstieg ist vor dem Abstieg, weswegen uns der Abstieg (gerade das Anfangsstück) schon ein bisschen Bauchschmerzen bereitet. Wir meistern dies aber beide mit Ruhe und sind froh als wir wieder heile auf 1630m angekommen sind.
8. Tag: Ziel Hintersee bei Ramsau auf 798 m (!Genießertour!)
Eckdaten: 450hm, 13,5 km, 4 Std.
Kaffee am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen. Es gibt schlechteres als mit Kaffee im Bett und den ersten Sonnenstrahlen in den Tag zu starten. Ab dem P Wimbachbrücke folgten wir rechts der Beschilderung die Straße hoch nach "Ramsau über Schattseitweg" (Komoottour). Diese Rundtour ist auch ohne Komoot gut zu finden. Wir sind durchgängig auf breiteren Feldwegen durch lichten Wald gewandert und brauchten 2 1/2 Std. bis zum Hintersee. Dort gibt es coole Fotospots, das Wasser ist unheimlich klar. An seiner tiefsten Stelle ist der Hintersee 18m. Zurück folgt man der Beschilderung Richtung Ramsau und von dort den Schildern nach Wimbachbrücke. Wir haben 1 1/2 St. ab dem Hintersee gebraucht.
5./7. Tag: Entspannungsprogramm
Am 5. Tag gingen wir in die kleine aber feine Watzmann-Therme (ca. 30,- Tageskarte pro Person)
Am 7. Tag besichtigten wir Salzburg und schlenderten durch die berühmte Getreidegasse, trafen einen Couchsurfer-Gastgeber (Markus vom Chiemsee) von unserer Alpenüberquerungstour und gingen zu dritt was essen (Restaurant Sternbräu). Zur Sonnenuntergangszeit lohnt sich der Blick von der Festung auf die Stadt.
Unsere Unterkunft
Ferienwohnung Wassererlehen in Bischofswiesen:
https://www.wassererlehen.de/
Mit der Unterkunft waren wir sehr zufrieden. Die FeWo war top ausgestattet, sie bietet eine grandiose Lage für viele Ausflugsziele, es gibt einen kleinen Hofladen, die Gastgeber sind herzlich (Wohlfühlatmosphäre) und nach Vorbestellung wird ein regionales Frühstück angeboten.